150610 gespann komplett
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Hochexplosiver Schrotthaufen auf der Autobahn unterwegs

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Homberg – Beamte der Autobahnpolizei Baunatal stoppten ein abenteuerliches Pkw-Anhänger-Gespann auf der A 7 kurz vor dem Rastplatz Hasselberg und zogen es sofort aus dem Verkehr. Die Überprüfung des aus Bulgarien stammenden Gespanns führte zur sofortigen Stilllegung.

Die Kombination war anderen Verkehrsteilnehmern zuvor auf der A 7 bei Kassel aufgefallen, die daraufhin die Kasseler Polizei verständigten. Nicht nur der selbstgebaute Anhänger war mit Teilen einer Pferdekutsche ausgerüstet, auch eine Gasanlage im Kofferraum des Pkws war von der Marke Selbstbau. Problematisch dabei, dass den Beamten bei der Kontrolle am Mittwochmittag Gasgeruch entgegen strömte. Dem 53 Jahre alten Fahrer, der nach eigenem Bekunden starker Raucher ist, verordneten sie ein striktes Rauchverbot.

Das nun vorliegende Gutachten weißt insgesamt 17 Mängel am Zugfahrzeug und 13 Mängel am Anhänger auf. Die gravierendsten Mängel waren dabei: – Die nachgerüstete Gasanlage im Kofferraum war mit einfachen Gurten verbaut, deutlicher Gasgeruch war wahrnehmbar – Die selbstgebaute und mit Metallrohren angeschweißte Anhängerkupplung war an mehreren Stellen durchgerostet – Die Bremsen des Passats zeigten zum Teil gar keine Wirkung und bremsten ungleichmäßig – Der Anhänger war zum Teil durchgerostet und die selbst geschweißte Anhängergabel hatte sich bereits gelöst Der Anhänger war ohnehin ein besonderes Konstrukt. Handelte es sich dabei um den hinteren Teil eines Moskwitsch, ein Kraftfahrzeug eines russischen Automobilherstellers. Zudem hatte der findige Erschaffer des Anhängers den Sitz einer Pferdekutsche und eine Baustahlmatte verbaut, um mit der gewonnenen Höhe das Ladevolumen zu vergrößern. Unabhängig von der fehlenden Betriebserlaubnis war der Anhänger hoffnungslos überladen, um 111 Prozent, um genau zu sein. Statt der zulässigen Gesamtmasse von 350 kg, wog der Anhänger satte 740 kg.
Das komplette Gespann wurde nach dem Wiegen in Homberg/Efze auf Veranlassung des Eigentümers unter Polizeibegleitung zu einem nahe gelegenen Schrotthändler gebracht, da die Reparaturkosten den Zeitwert des Gespanns deutlich überschritten. Nach der Verschrottung informierte der 53-Jährige seinen Schwager in Duisburg, der ihn in Homberg/Efze abholte. Dem Bulgaren droht nun wegen der vorsätzlichen Inbetriebnahme des völlig überladenen Fahrzeuggespanns eine Geldstrafe in Höhe von 470,- Euro.

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Foto: © 2015 by Polizei

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