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Radaranlage mit Axt attackiert – So verzweifelt war der Mann

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Kassel – Nachdem am Mittwoch (14.05.2014) auf der B7 am „Kaufunger Berg“ einen 45-Jährigen Mann aus Mühlhausen beim Bearbeiten einer stationären Radaranlage mit einer Axt und einem Bunsenbrenner von der Polizei erwischt wurde (-wir berichteten-), machte der Tatverdächtige am Donnerstagmorgen gegenüber den Beamten aus Kassel und Mühlhausen Angaben

zu weiteren Straftaten, darunter mehrere Einbrüche, bei denen er es neben Bargeld und Scheckkarten wohl hauptsächlich auf Autoschlüssel abgesehen hatte. Bei insgesamt fünf Einbrüchen, die der Festgenommene nach derzeitigem Ermittlungsstand seit Ende April im Raum Mühlhausen beging, klaute er mit den entwendeten Schlüsseln auch jeweils ein Auto. Mit dem gestohlenen VW Sharan aus dem vorläufig letzten Einbruchs in der Nacht zum Mittwoch war der 45-Jährige am frühen Mittwochmorgen gegen 05.30 Uhr auf der Fahrt nach Kassel am Kaufunger Berg zu schnell unterwegs. In Höhe Oberkaufungen erwischte ihn die Kamera der Radaranlage mit Tempo 99 bei erlaubten 80 km/h.

Ausrüstung für Angriff auf Starenkasten aus Mühlhausen geholt

Wie die Vernehmung bei den für die Ermittlungen nach Autodiebstählen zuständigen Beamten der Kasseler Kripo ergab, bemerkte der Tatverdächtige, dass von ihm ein Foto geschossen worden war. Da er befürchtete, auf dem Radarfoto erkannt zu werden, wollte er mögliches Beweismaterial durch die Attacke auf die Radaranlage vernichten. Da er keinerlei geeignet erscheinendes Gerät dabei hatte und auch nicht über genügend Bargeld verfügte, entschloss er sich seinen Angaben zufolge zur Rückfahrt nach Mühlhausen. Dort stattete er sich mit der langstieligen Axt, einem Bunsenbrenner und einer entsprechenden Gaskartusche aus. Mit dieser Ausrüstung fuhr er eigenen Angaben zufolge zum „Tatort“ an den Kaufunger Berg zurück, nahm die nächste Ausfahrt und stellte den geklauten Wagen „Am Weißenberg“ in der Nähe der B7 ab. Zu Fuß machte er sich anschließend mit der besorgten Ausrüstung auf den Weg zur Radaranlage, um den möglichen Beweisen an den Kragen zu gehen. Als der 45-Jährige merkte, dass die Axtschläge kaum Wirkung zeigten, setzte er auch den Bunsenbrenner ein.

Flucht endete am Weidezaun

Weil ihn eine Polizeistreife gegen 10:30 Uhr auf frischer Tat erwischte, hatte der Angriff aufs Beweismaterial auch keinen Erfolg. Der 45-Jährige versuchte zwar noch den Polizisten zu Fuß zu entkommen, wurde aber an einem Weidezaun eingeholt und vorläufig festgenommen. Mit dem bei ihm aufgefundenen Autoschlüssel spürten die Polizei schließlich auch den in Mühlhausen geklauten Sharan „Am Weißenberg“ auf. Bei der Kripo in Kassel packte der Festgenommene am Mittwochabend schließlich aus und gestand fünf Einbrüche, nannte die Standorte der geklauten Autos im Stadtgebiet von Mühlhausen für die dortige Kripo und offenbarte auch das Versteck für die dazu gehörenden Fahrzeugschlüssel. Neben den Einbrüchen und den Autodiebstählen kommt der Festgenommene auch für EC-Karten-Betrügereien mit geklauten Scheckkarten in Betracht. Schadenshöhe noch nicht bekannt Weil er keinen Führerschein mehr hat, wurde ein Strafverfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Da der Verdacht des Drogenkonsums besteht, musste sich der Mann einer Blutprobe unterziehen. Für den Angriff auf die Radaranlage wird er außerdem wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung strafrechtlich zur Verantwortung gezogen. Die Höhe des entstandenen Sachschadens an der Radaranlage ist noch nicht genau bekannt, da die eingebaute Kamera erst vom Hersteller begutachtet werden muss.

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Bild: ©Hessennews TV

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