Kaufungen: Heißes Wochenende im Brand-Container
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Kaufungen: Heißes Wochenende im Brand-Container

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Kaufungen – Das Wetter am vergangenen Wochenende in Kaufungen war nicht nur angenehm, sondern auch für einige richtig Heiß. Die Gemeinden Kaufungen und Helsa haben für die Brandschutzausbildung einen Brandsimulator-Container gemietet, um ihre Feuerwehrkräfte besser schulen zu können. Auch Kräfte aus Lohfelden und Schauenburg konnten das Angebot am Wochenende für sich nutzen. 50 Atemschutzgeräteträger konnten in der Brandsimulationsanlage das Rauchverhalten bei einem Brand beobachten und wie man die Rauchgase mit wenig Wasser abkühlen kann. Denn das gefährliche bei einem Feuer ist nicht direkt das Feuer selbst, sondern der Wasserdampf, der beim Löschen entsteht. Aus einem Liter Wasser entstehen rund 1.600 Liter Wasserdampf. Somit ist manchmal weniger mehr. Zudem wurde auch gezeigt, wie eine Durchzündung „Flash Over“ bei bereits 350 Grad entstehen kann. Das Feuer im Brand-Container wurde mit Holzpaletten befeuert. Das Szenario ist vergleichbar wie bei einem Zimmerbrand. Im Container konnten so Temperaturen von bis zu 700 Grad erreicht werden. Im Realfall können diese Temperaturen je nach Gegenständen allerdings noch viel höher werden. Bereits im Vorfeld wurden die Anwohner mittels Infoschreiben und im Wochenblatt über das Übungswochenende aufgeklärt und um Verständnis gebeten, denn die Rauchentwicklung war teilweise enorm.

Kein Vergleich zu Calden
Ende April, Anfang Mai war ein ähnlicher Brand-Container auf dem alten Flughafen in Calden stationiert. Auch hier haben die Einsatzkräfte von Helsa und Kaufungen geübt. Der Unterschied zu der Anlage in Calden war jedoch, dass diese mit Gas befeuert wurde. Hier wurde nur ein künstlicher Nebel produziert. Durch das Verbrennen von Holz, sowie die Anlage in Kaufungen, entsteht richtiger dicker Rauch, bis hin zu einer Nullsicht. Auch die Temperaturen sind um einiges höher gewesen als in Calden.

Ausbildungsablauf in Kaufungen
1. Stunde Theorie
2. Demonstration des Brandverhaltens bis zur Rauchgasdurchzündung
3. ⁠Rauchgaskühlung und sicheres Öffnen des Brandraumes (ein Sprühstrahl links, einer rechts, Türe auf 3 Sprühstöße in den Brandraum, Türe zu, das Feuer ist fast komplett aus und die Temperatur sinkt von 600 Grad auf 300
4. ⁠bei geöffneter Brandraumtür die Brandbekämpfung mit drei Sprühstößen das Feuer in den Brandraum zurückdrücken. Hierdurch ist ein Vorgehen in den nächsten Raum möglich. Ggf. eine Menschenrettung

Einsatzstellen-Hygiene auch bei Übungen wichtig
Die Einsatzkräfte kommen nicht nur bei Real-Einsätzen mit gefährlichen Stoffen in Verbindung, die unter anderem auch krebserregend sind, sondern auch bei Übungen. Somit wurde auch neben der Brandsimulationsanlage die Einsatzstellen-Hygiene aufgebaut, wo die beteiligten ihre kontaminierte Einsatzkleidung ausziehen mussten.

Der Bereich ist in drei kleinen Bereichen unterteilt:
1. Station – Grobreinigung mit Duschbrausen
2. Station – Entkleidung der Einsatzkleidung unter größtmöglichen Schutz
3. Station – Ankleidung neuer Kleidung

Wichtig herbei ist, dass die kontaminierte Kleidung nicht mit der Haut in Kontakt kommt und somit zu einer Kontaminationsverschleppung kommt. Um die Feuerwehrangehörigen auch in den Phasen des Einsatzes zu schützen, in denen keine vollständige PSA und/oder Atemschutz getragen wird oder getragen werden kann, sind die Maßnahmen eines Hygienekonzepts wichtig. Sie dient dem Schutz der Gesundheit der Feuerwehrangehörigen.

Aus Sicht von Mitorganisator Brain Edokpolor, GBI aus Kaufungen, konnten alle Teilnehmer bei der Brandbekämpfung einiges dazu lernen. „Jetzt weiß jeder, wie man in ein brennendes Gebäude geht und sicher das Feuer bekämpft“ so Edokpolor. Gerade bei uns im Landkreis ist die Ausbildung nach dem Leitfaden der HLFS sehr minimalistisch. Von den 7 Tagen gehen die Teilnehmer 5 Tage durch die Atemschutzstrecke, anstatt verschiedene Einsatzübungen zu fahren. Es fehlen unter andrem der richtige Umgang mit dem Hohlstrahlrohr oder der Wärmebildkamera. Das wird leider auf die eigene Feuerwehr verlagert und es erfordert eine Zusätzliche Ausbildung bis die Atemschutzgeräteträger in den Einsatz gehen können. so Brain Edokpolor abschließend.

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