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Kategorie: Archiv 2018

News ID: HN-7949/4500 Vor 21 Jahren: Vermeintlicher Unfalltod erweist sich als Mord - Fall jetzt bei Aktenzeichen XY

Vor 21 Jahren: Vermeintlicher Unfalltod erweist sich als Mord - Fall jetzt bei Aktenzeichen XY

Dieser Bericht wurde erstellt am: Donnerstag den 19. Juli 2018 um 13.35 Uhr
Dienstag den 18. Dezember 2018 um 12.46 Uhr


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Ober Mörlen - Am Dienstag, den 08. April 1997, wurde die Polizei in Friedberg gegen 04.30 Uhr zu einem Verkehrsunfall in der Wintersteinstraße / Feldgemarkung Ober-Mörlen in Richtung Raststätte Wetterau alarmiert. Als die Beamten vor Ort eintrafen, fanden sie den damals 45 Jahre alten Adem Bozkurt tot in seinem schwarzen Pkw der Marke "BMW 518i" vor. Das Fahrzeug war offenbar gegen einen Baum geprallt. Die Gesamtumstände, insbesondere das sich darbietende Verkehrsszenario und die getroffenen Feststellungen zum äußeren Verletzungsbild, deuteten damals zunächst auf einen Alleinunfall ohne Fremdbeteiligung hin.

Folglich wurde der Leichnam nicht obduziert und bereits wenige Tage später von Angehörigen nach Izmir überführt. Adem Bozkurt war türkischer Staatsangehöriger. Er lebte bis zu seinem Tod in Bad Nauheim und hinterließ eine Ehefrau und zwei Töchter.

Zeuge meldet sich nach Jahren

Nach einem Zeugenhinweis Ende 2014 / Anfang 2015, wonach Herr Bozkurt in Wahrheit nicht verunfallt, sondern ermordet worden sei, leiteten die Staatsanwaltschaft Gießen und die Kriminalpolizei in Friedberg umfangreiche Ermittlungen ein. Infolge akribischer Aufarbeitung des damaligen Unfallgeschehens, der Einholung eines rekonstruierenden Kfz-Sachverständigengutachtens und diversen Zeugenvernehmungen erhärtete sich der Verdacht, dass Adem Bozkurt tatsächlich erschossen und das Tötungsdelikt als Verkehrsunfall getarnt worden war. Aufgrund richterlicher Anordnung wurde der Leichnam deshalb im April 2016 in der Türkei exhumiert. Im Rahmen der sich vor Ort anschließenden Obduktion, bei der neben Vertretern der türkischen Behörden auch Beamte der Staatsanwaltschaft und des Instituts für Rechtsmedizin Gießen sowie der Kriminalpolizei Friedberg anwesend waren, konnte schließlich festgestellt werden, dass Adem Bozkurt offenbar durch einen Genickschuss getötet worden war. Die weiteren Ermittlungen ergaben als mögliches Mordmotiv eine geschäftliche Konkurrenzsituation im Bereich der Bewirtschaftung von Toilettenanlagen an Autobahnraststätten. Vor diesem Hintergrund gelang es auch, einen Verdacht gegen mehrere Personen zu begründen. Bei drei Beschuldigten wurden Ende 2016 eine Wohnungsdurchsuchung und eine Vernehmung durchgeführt. Da sich jedoch ein dringender Tatverdacht nicht ergab, mussten die Männer nach vorangegangener vorläufiger Festnahme wieder entlassen werden. In der Folgezeit wurden weitere aufwändige Ermittlungen, teils auch im Ausland, geführt; letztlich jedoch ohne durchschlagenden Erfolg.

Die Strafverfolgungsbehörden bitten deshalb nun die Öffentlichkeit um Mithilfe und fragen:
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- Wer kann Angaben zu dem vermeintlichen Verkehrsunfall am 08.04.1997, circa 04.30 Uhr, in der Wintersteinstraße / Gemarkung Ober-Mörlen (siehe Lichtbilder "Karte + Pkw") machen?
- Wer hat den schwarzen "BMW 518i" am frühen Morgen des Tattages und / oder Adem Bozkurt gesehen?
- Gibt es Zeugen, die von dem Tötungsdelikt erfahren haben?

Für Angaben, die zur Ermittlung und Ergreifung des bzw. der Täter führen, wird von Seiten der Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Mittelhessen eine Belohnung in Höhe von insgesamt 10.000 Euro, je 5.000.- Euro ausgesetzt. Die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Die Belohnung ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamte bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört. Sachdienliche Hinweise, die gegebenenfalls auch vertraulich behandelt werden können, werden von der Polizei in Friedberg unter der Telefonnummer 06031-601-234 und von jeder anderen örtlichen Polizeidienstelle entgegengenommen.

Der Fall wird zudem am Mittwoch, den 25.07.2018, um 20.15 Uhr in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY - ungelöst" vorgestellt.

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Foto: © Polizei


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