calden unterkunft eskalation 28092015
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14 Verletzte nach Schlägerei in Flüchtlingsunterkunft

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Calden – Großeinsatz für Polizei und Rettungskräfte im Flüchtlingslager Kassel Calden. Gegen 18.00 Uhr wurde am Sonntagabend die Polizei zu einer Massenschlägerei gerufen, die drohte komplett zu eskalieren. Nach Angaben der Polizei trafen sich auf der einen Seite eine Minderheit von ca. 70 Personen auf der anderen eine Übermacht mit rund 300 ebenfalls gewaltbereiten Bewohner der Zeltstadt.

Bei der Essensausgabe kam es schon am Mittag zu kleinen Schlägereien, die jedoch von den dort beschäftigten Sicherheitskräften unter Kontrolle gebracht werden konnten. Immer wieder musste die Polizei gerufen werden, weil die Situation zu eskalieren drohte.  Im Laufe des Tages hatten sich einige Bewohner Reizgas besorgt und Polizeibeamte angegriffen. Hierbei gab es nach Angaben der Polizei drei Verletzte Beamten und drei Flüchtlinge, die notärztlich behandelt werden mussten. Gegen 18.00 Uhr kam es dann erneut zu einer Schlägerei bei der abendlichen Essenausgabe als rund 30 Personen mit Knüppeln bewaffnet auf eine Person los gingen. In unserem Video kann man sehen wie die Menschen in den Zelten reagieren. Eine Mitarbeiterin, die mit der Ausgabe des Essens betraut war, konnte die Zustände nicht mehr mit ansehen und wandte sich trotz Redeverbot an die Presse. „Mit Bänken haben sie geworfen, ich habe mich in Sicherheit bringen müssen!“ Wie sehr die Zustände in der Zeltstadt Kassel Calden außer Kontrolle geraten sind, zeigte die Reaktion der Verantwortlichen. {google_map}51.403313,9.376481{/google_map}Die Frau wurde aufgrund des Interviews kurz danach fristlos entlassen. Ein möglicher Hintergrund für die aggressive Stimmung unter den Menschen könnte einen Grund haben so die Frau. „Einige Menschen haben erfahren, dass Sie nicht aufgenommen werden und sind so natürlich verärgert und verunsichert, weil sie nicht wissen wie es weiter gehen wird.“ Der massive Einsatz der Polizei zeigte schnell Wirkung. Die rivalisierenden Gruppen wurden getrennt und zunächst in Freie verfrachtet. Das Regierungspräsidium und die Polizei beraten nun, wie man die Situation in den Griff bekommen kann. Auch von einer Verlegung in andere Unterkünfte war die Rede. Genaueres konnte uns die Polizei jedoch noch nicht mitteilen. An dem Einsatz waren rund 100 Polizeikräfte, ein Dutzend Rettungswagen, die Feuerwehr, der Rettungshubschrauber Christoph7, sowie das SEK der Polizei welches jedoch nicht zum Einsatz kam. Bei dem abendlichen Einsatz wurden noch einmal acht Flüchtlinge verletzt, die teilweise in Krankenhäuser eingeliefert wurden.  Dass auch Kinder in die Schlägereien verwickelt wurden, konnte die Polizei nicht bestätigen. Mitarbeiter von ansässigen Firmen berichten, dass es täglich zu Problemen kommt. Auch das Sicherheitsunternehmen sei mit der Situation überfordert. Dies konnte uns die Mitarbeiterin ebenfalls bestätigen. Die Einsatzkräfte haben Ihr Möglichstes getan und konnten für Ruhe sorgen. Nach letzten Informationen der Polizei wurden nun die beiden Gruppen getrennt und rund 100 Flüchtlinge in andere Aufnahmestellen in Hessen verlegt.

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Fotostrecke: © 2015 by Hessennews TV

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