Kassel – Die beiden Türme der Martinskirche bekommen vorübergehend eine ungewöhnliche Hülle. Seit Anfang der Woche sind Höhenarbeiter damit beschäftigt, große Schutznetze rund um die Türme anzubringen. Grund dafür sind Betonbrocken, die sich aus den Fugen der Fassade lösen können.
Die Netze dienen als Fassadensicherung und sollen verhindern, dass herabfallende Teile auf die Gehwege rund um die Kirche stürzen und Passanten gefährden. Für die Sicherungsarbeiten sind speziell ausgebildete Höhenarbeiter im Einsatz. Ein Gerüst gibt es nicht: Die Arbeiter seilen sich von den Türmen ab und befestigen die Netze direkt an der Fassade.
1.600 Quadratmeter Netz
Insgesamt werden acht Netze mit einer Gesamtfläche von rund 1.600 Quadratmetern angebracht – vier an jedem Turm. Jedes einzelne Netz ist etwa zehn Meter breit und 20 Meter lang. Nachdem die einzelnen Elemente befestigt sind, werden die Seiten und Ecken miteinander verbunden und verschlossen, sodass eine geschlossene Sicherung rund um die Türme entsteht. Nach Abschluss der Arbeiten werden die Schutznetze regelmäßig kontrolliert. Sollten sich weitere Betonstücke aus der Fassade lösen, werden diese von den Netzen aufgefangen. Die Brocken sammeln sich im unteren Bereich und können anschließend von den Arbeitern entfernt werden. Die Kosten für die Sicherungsmaßnahme liegen im hohen fünfstelligen Bereich. Finanziert werden die Arbeiten unter anderem durch Fördermittel sowie Mittel des Stadtkirchenkreises Kassel.
Wie lange die Martinskirche ihre ungewöhnliche Netz-Hülle tragen wird, hängt auch davon ab, wie es mit der Sanierung der betroffenen Fassadenbereiche weitergeht.
Unser Material war auch Thema in der Hessenschau am Donnerstag.
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