Schwere Entscheidung: Frankfurter Zoo muss Steinböcke wegen Seuchengefahr einschläfern
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Schwere Entscheidung: Frankfurter Zoo muss Steinböcke wegen Seuchengefahr einschläfern

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Frankfurt am Main – Der Zoo Frankfurt musste die Haltung seiner Westkaukasischen Steinböcke, auch Ture genannt, aus Seuchenschutzgründen beenden. Die gesamte Gruppe hatte sich mit dem Erreger der Paratuberkulose infiziert. Da die Erkrankung nicht behandelbar ist und für betroffene Tiere tödlich endet, traf der Zoo die schwere Entscheidung, die 16 Tiere einzuschläfern – zum Schutz des übrigen Tierbestands.

Die Aufgabe der Tur-Haltung war ursprünglich nicht vorgesehen. Erst der Nachweis des Erregers Mycobacterium avium ssp. paratuberculosis zwang den Zoo zu diesem Schritt. Das weltweit verbreitete Bakterium befällt vor allem Wiederkäuer und kann unter anderem Rinder, Giraffen, Antilopen und Gazellen infizieren. Die Krankheit verursacht eine chronische Darmentzündung, die mit Gewichtsverlust und Durchfällen einhergeht und schließlich zum Tod der Tiere führt. Eine wirksame Behandlung oder Schutzimpfung gegen die Paratuberkulose gibt es bislang nicht. Um die Einschleppung solcher Krankheiten zu verhindern, gelten für den Austausch von Zootieren – etwa im Rahmen internationaler Zuchtprogramme – strenge Gesundheitskontrollen. Zudem verfügt der Frankfurter Zoo über eine moderne Quarantänestation. Dennoch bleibt der Nachweis von Mykobakterien-Infektionen schwierig, sodass auch umfassende Vorsorgemaßnahmen keinen vollständigen Schutz garantieren können.

Schutz des gesamten Tierbestands steht im Mittelpunkt

Bei einer routinemäßigen Untersuchung wurde der Erreger schließlich in der Frankfurter Tur-Gruppe festgestellt. Der Zoo stand damit vor einer schwierigen Entscheidung: Einerseits musste verhindert werden, dass sich die Krankheit auf andere Wiederkäuer im Bestand ausbreitet. Betroffen wären möglicherweise auch bedrohte Arten wie Addax, Mhorrgazellen oder Okapis gewesen. Andererseits sollte den bereits infizierten Tieren weiteres Leiden erspart werden. Die betroffene Anlage bleibt zunächst gesperrt und kann vorerst nicht wieder mit Wiederkäuern besetzt werden. Sie wird umfassend hygienisch saniert und erst dann erneut genutzt, wenn der Erreger nicht mehr nachweisbar ist. Die eingeschläferten Ture wurden zur weiteren Untersuchung an spezialisierte Labore übergeben.

Der Zoo Frankfurt betont, dass die Entscheidung zur Beendigung der Haltung der Westkaukasischen Steinböcke nicht geplant war, sondern aus Verantwortung gegenüber dem gesamten Tierbestand getroffen werden musste.

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Foto/Fotostrecke: © 2026 - Frankfurter Zoo

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