Helsa/Hessisch Lichtenau – Was passiert, wenn es im mehrere Kilometer langen Tunnel Hirschhagen auf der A44 zu einem schweren Verkehrsunfall mit Verletzten und gleichzeitig zu einem Fahrzeugbrand kommt? Genau dieses Szenario wurde am heutigen Samstag bei einer umfangreichen Feuerwehr- und Rettungsübung realitätsnah trainiert. Simuliert wurde zunächst ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Pkw hatte sich überschlagen und lag auf dem Dach. Im Fahrzeug befanden sich verletzte Personen, die gerettet werden mussten. Gleichzeitig wurde ein weiterer Pkw-Brand mit einer verletzten Person simuliert. Zusätzlich wurde eine starke Rauchentwicklung dargestellt, um die Einsatzbedingungen in einem verrauchten Tunnel möglichst realistisch nachzustellen.
Feuerwehr rückt durch die andere Tunnelröhre an
Eine besondere Herausforderung bestand bereits bei der Anfahrt der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte rückten durch die andere Tunnelröhre an und näherten sich dem Schadensort über die vorgesehenen Flucht- und Rettungswege. Zunächst ging ein Trupp unter Atemschutz über die Fluchtwege in Richtung Einsatzstelle vor. Aufgabe des ersten Trupps war es, sich schnell ein Lagebild zu verschaffen und die Situation im Tunnel zu erkunden. Nachdem die Lage erkundet war, wurde ein weiterer Trupp zur Brandbekämpfung vorgeschickt. Das Ziel: Das Feuer an dem betroffenen Pkw möglichst schnell unter Kontrolle zu bringen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Parallel beginnt die Menschenrettung
Während die Feuerwehr gegen den Fahrzeugbrand vorging, liefen gleichzeitig die Rettungsmaßnahmen am zweiten Unfallfahrzeug. Der auf dem Dach liegende Pkw musste zunächst so bearbeitet werden, dass die eingeschlossenen Personen möglichst sicher aus dem Fahrzeug gerettet werden konnten. Dafür kam schweres hydraulisches Rettungsgerät zum Einsatz. Die Einsatzkräfte schnitten das Fahrzeug auf und schufen so einen Zugang zum Innenraum. Anschließend wurden die verletzten Personen aus dem Fahrzeug befreit und aus dem Gefahrenbereich gebracht.
Verletzte Person wird ebenfalls versorgt
Nachdem der Fahrzeugbrand gelöscht war, konzentrierten sich die Einsatzkräfte auf die ebenfalls simulierte verletzte Person, die unmittelbar neben dem brennenden Fahrzeug auf der Fahrbahn lag. Auch diese Person wurde durch die Einsatzkräfte versorgt und anschließend zur Rettungsstelle außerhalb des Tunnels transportiert. Damit wurden bei der Übung mehrere Einsatzabläufe miteinander verbunden: die Erkundung unter Atemschutz, die Brandbekämpfung, die technische Unfallrettung mit schwerem Gerät sowie die medizinische Versorgung und der Transport der Verletzten.
Realistische Bedingungen für die Einsatzkräfte
Gerade Einsätze in einem Tunnel stellen Feuerwehr und Rettungsdienst vor besondere Herausforderungen. Lange Anmarschwege, eingeschränkte Sicht durch Rauch, die räumlichen Verhältnisse und die Koordination mehrerer Einsatzabschnitte machen ein schnelles und abgestimmtes Vorgehen erforderlich. Der Tunnel Hirschhagen verbindet die Anschlussstellen Helsa-Ost und Hessisch Lichtenau-West und führt unter dem Rohrberg im Kaufunger Wald hindurch. Mit rund 4,2 Kilometern Länge zählt er zu den längsten Straßentunneln Deutschlands und ist der längste Straßentunnel Hessens. Die heutige Übung sollte deshalb möglichst realitätsnah zeigen, wie die Einsatzkräfte im Ernstfall vorgehen. Dabei wurde nicht nur ein einzelner Brand abgearbeitet, sondern ein komplexes Szenario mit Verkehrsunfall, eingeschlossenen Personen, Fahrzeugbrand, Rauchentwicklung und mehreren Verletzten.
Für die Übung war die A44 zwischen Helsa-Ost und Hessisch Lichtenau-West von 8 bis 16 Uhr vollständig gesperrt.
Auch wenn es sich heute nur um ein Übungsszenario handelte, wurde dabei ein wichtiger Ernstfall trainiert: Wenn in einem Tunnel tatsächlich Menschenleben in Gefahr sind, müssen die Einsatzkräfte schnell wissen, wo sie ansetzen müssen – und jeder Handgriff muss sitzen.
Immer informiert sein? Dann folgt uns auf Facebook: www.facebook.com/HessennewsTVFoto/Fotostrecke: © 2026 - Hessennews TV / Pascal Göng










































Kommentare sind in diesem Artikel nicht erlaubt.