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Mit Kelle, Blaulicht und Schusswaffe – Falsche Polizeibeamte erpressen Bargeld bei Kontrolle

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Lohfelden – Am frühen Dienstagmorgen stoppten falsche Polizeibeamte mit einem dunklen 5er-BMW mit Wiesbadener Kennzeichen einen Autofahrer zwischen Söhrewald und Lohfelden. Unter Vorhalt einer Schusswaffe erbeuteten sie 20 Euro und flüchteten anschließend mit Blaulicht in Richtung Lohfelden. Nun erhoffen sich die für Raubdelikte zuständigen Beamten des Kommissariats 35 der Kasseler Kripo Zeugenhinweise zu bekommen.

Wie die die Anzeige entgegennehmenden Beamten des Kriminaldauerdienstes berichten, ereignete sich die Tat gegen 4.30 Uhr. Zu dieser Zeit war das spätere Opfer, ein 50-Jähriger aus Söhrewald, mit seinem Wagen auf der L3236, zwischen Söhrewald und Lohfelden, unterwegs. In Höhe des Abzweigs, Alte Welleröder Straße, dortiger Parkplatz, stoppten ihn zwei Männer in grünen Uniformen und grünen Schirmmützen. Mit einer Anhaltekelle oder einem Anhaltestab hatten sie den Autofahrer von der Landesstraße zu einem dunklen 5er-BMW mit eingeschaltetem Blaulicht gelotst. Nachdem der 50-Jährige angehalten hatte und ausgestiegen war, bedrohten ihn die falschen Polizisten mit einer Schusswaffe. Sie forderten sämtliches Bargeld. Das Opfer händigte 20 Euro aus und die falschen Beamten stiegen in ihren Wagen, flüchteten mit Blaulicht und überhöhter Geschwindigkeit in Richtung Lohfelden-Ortsmitte. Das Opfer meldete sich anschließend über den Notruf 110 bei der richtigen Polizei und zeigte die Tat an. Die sofort eingeleitete Fahndung verlief bislang ergebnislos.

Das Opfer beschreibt die Täter wie folgt:

1. Täter: Er soll zwischen 25 und 35 Jahre alt und etwa 1,80 Meter groß gewesen sein. Er habe eine normale Statur und einen Kinnbart sowie Oberlippenbart. Er sprach akzentfrei Deutsch und war mit einer dunkelgrünen, hüftlangen, Jacke mit Polizeiwappen auf dem Arm und einer grünen Polizeimütze bekleidet.

2. Täter: Dieser sei ca. 20 Jahre alt und ebenfalls 1,80 Meter groß gewesen. Er habe eine schmale Gestalt, aber keinen Bart gehabt. Auch dieser Täter soll aktzentfrei Deutsch gesprochen haben. Er trug die gleiche Kleidung wie sein vermeintlicher „Kollege“. Bei dem Täterauto handelt es sich um eine dunkle BMW-Limousine der 5er-Baureihe, älteren Baujahrs. Am Wagen erkannte das Opfer ein WI-Kennzeichen für die Stadt Wiesbaden. Zudem ein rundes Blaulicht auf dem Dach. Die Beamten des Kommissariats 35 ermitteln nun wegen des Verdachts der schweren räuberischen Erpressung und Amtsanmaßung.

Sie bitten Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder auch nur das Blaulicht gesehen haben, sich unter der Telefonnummer 0561 – 9100 bei der Kasseler Polizei zu melden.

Wie uns Polizeisprecher Torsten Werner mitteilte, hat das Opfer alles richtig gemacht, besonders wenn eine Schusswaffe im Spiel ist. Herr Werner rät: Wenn Sie von einem Polizeibeamten in grüner Uniform angehalten werden, sollten alle Alarm Glocken angehen. In Hessen hat die Polizei nur noch blaue Uniformen.

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Foto / Fotostrecke: © 2019 by Hessennews TV

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