Wolfhagen/Kassel – Die finanzielle Lage vieler Städte und Gemeinden in Deutschland spitzt sich weiter zu. Beim bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit“ haben Kommunen am 22. Juni auf ihre schwierige Situation aufmerksam gemacht und von Bund und Ländern mehr Unterstützung gefordert.
Das kommunale Defizit erreichte 2025 bundesweit einen Rekordwert von mehr als 30 Milliarden Euro. Besonders steigende Sozialausgaben und zusätzliche Aufgaben ohne ausreichende Finanzierung belasten die Haushalte. Auch Wolfhagen beteiligt sich an der Aktion. Bürgermeister Dirk Scharrer warnt davor, dass die Handlungsfähigkeit der Kommunen zunehmend eingeschränkt wird. Vor allem bei Schulen, Infrastruktur, sozialen Angeboten und der täglichen Verwaltung brauche es eine sichere Finanzierung. Die Forderung: „Wer Aufgaben überträgt, muss auch für die Kosten aufkommen.“
Auch die Stadt Kassel spürt die Auswirkungen der Finanzkrise. Bereits im Doppelhaushalt 2025/2026 waren Fehlbeträge von rund 30 Millionen Euro pro Jahr eingeplant. Die Stadt wartet zudem auf Klarheit bei der geplanten Reform des Kommunalen Finanzausgleichs in Hessen. Kassels Stadtkämmerer Matthias Nölke will den nächsten Haushaltsentwurf deshalb erst Anfang 2027 vorlegen. Erst im Herbst werden konkrete Zahlen zu den künftigen Landeszuweisungen erwartet. Diese sind für Kassel besonders wichtig, da sie einen erheblichen Teil der städtischen Einnahmen ausmachen.
Die kommunalen Spitzenverbände fordern von Bund und Ländern eine neue Finanzverteilung und einen vollständigen Ausgleich für übertragene Aufgaben. Denn die Auswirkungen der Krise sind vor Ort bereits sichtbar – etwa bei Schulen, Schwimmbädern, ÖPNV, Kulturangeboten und sozialen Einrichtungen.
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