Zirkeltraining in Hofgeismar: Fünf Szenarien, ein Ziel
Dieser Artikel ist unter der ID: 67392 in unserem System gelistet.

Zirkeltraining in Hofgeismar: Fünf Szenarien, ein Ziel

Dieser Artikel wurde 6.996 mal gelesen.

Hofgeismar – Eine ausgelöste Brandmeldeanlage, eine bewusstlose Person in einem Gefahrstoffbereich, ein rauchender Radlader, ein festsitzender Angler und ein unter einem Abrollcontainer eingeklemmter Arbeiter: Was am Samstag rund um Hofgeismar nach einer Reihe dramatischer Einsätze klang, war ein intensiver Ausbildungstag für die Feuerwehren aus dem Altkreis Hofgeismar.

Beim Zirkeltraining des Landkreises Kassel in Zusammenarbeit mit dem Kreisfeuerwehrverband Hofgeismar stellten die Einsatzkräfte an fünf Stationen ihr Können unter Beweis. Beteiligt waren Feuerwehren aus Reinhardshagen, Wesertal und Liebenau sowie eine gemischte Gruppe aus Hofgeismar und Liebenau. Im Mittelpunkt standen nicht möglichst schnelle Lösungen, sondern eine gründliche Erkundung, die richtige Einsatztaktik, eine klare Kommunikation und das sichere Zusammenspiel der Mannschaften.

Brandmeldeanlage löst ohne Feuer aus
An der Gustav-Heinemann-Schule wartete zum Auftakt ein vermeintlicher Brandmeldealarm. Schnell stellte sich jedoch heraus, dass kein Feuer die Ursache war. Eine Person hatte einen medizinischen Notfall und konnte noch selbst einen Handdruckmelder auslösen. Die Einsatzkräfte mussten den ausgelösten Bereich lokalisieren, die Situation beurteilen und mithilfe des Feuerwehrplans die erforderlichen Maßnahmen einleiten. Die Übung zeigte, dass ein Alarm der Brandmeldeanlage nicht automatisch auf einen Brand hindeutet und deshalb eine sorgfältige Erkundung erforderlich ist. Die Übungsleitung an dieser Station übernahm die Feuerwehr Immenhausen.

Gefahrstoff tritt aus
An der Umweltfabrik des Landkreises Kassel begann der zweite Übungseinsatz zunächst mit dem Stichwort „H1Y – Person in Notlage“. Bei der Erkundung wurde jedoch eine deutlich komplexere Lage festgestellt: In einem Bereich war Gefahrstoff ausgetreten, gleichzeitig befand sich dort eine bewusstlose Person. Für die Einsatzkräfte bedeutete dies, zunächst die eigene Sicherheit zu gewährleisten, die Gefahrenlage zu beurteilen und anschließend die notwendigen Maßnahmen nach der GAMS-Regel einzuleiten. Die Übung wurde von der Feuerwehr Grebenstein geleitet.

Löschwasser aus einem Gewässer
An der Papiermühle in Hofgeismar wurde ein brennender beziehungsweise stark rauchender Radlader in einer landwirtschaftlichen Halle simuliert. Gemeldet war ein „F1 – Kleinbrand“. Die besondere Herausforderung lag in der Löschwasserversorgung. Ein Hydrant stand nicht zur Verfügung. Das benötigte Wasser musste aus einem öffentlichen Gewässer entnommen werden, das allerdings nur über eine lange Böschung erreichbar war. Die Einsatzkräfte mussten deshalb eine geeignete Wasserentnahmestelle finden und die Versorgung für die Brandbekämpfung aufbauen. Die Übungsleitung lag bei der Feuerwehr Calden.

Wasserrettung mit Unterstützung der DLRG
Am Angelteich in Hombressen stand anschließend eine Wasserrettung auf dem Programm. Das Szenario: Ein Angler sitzt mitten im Teich fest und kann sich nicht selbstständig in Sicherheit bringen. Für die Rettung kam ein Feuerwehr-Rettungsboot zum Einsatz. Vor Beginn der Übung erhielten die Teilnehmer von der DLRG eine Einweisung in den Umgang mit dem Boot und den vorhandenen Rettungsmitteln. Anschließend galt es, die betroffene Person sicher aus dem Wasser zu retten. Die Station machte zugleich die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen deutlich. Die Übungsleitung übernahm die Feuerwehr Hofgeismar.

Technische Rettung mit zweitem Patienten
Zum Abschluss wartete auf dem Parkplatz der ASS-Sporthallen eine technische Rettung auf die Teilnehmer. Ein Arbeiter war unter einem Abrollbehälter eingeklemmt. Die Einsatzkräfte mussten die Unfallstelle absichern, die technische Rettung vorbereiten und die eingeklemmte Person befreien. Während des Einsatzes kam eine weitere Aufgabe hinzu: Auch die Person, die den Unfall entdeckt hatte, benötigte medizinische Betreuung. Damit mussten die Einsatzkräfte gleichzeitig zwei Betroffene versorgen. Auch diese Station wurde von der Feuerwehr Hofgeismar geleitet.

Viele Helfer unterstützen den Ausbildungstag
Für die realitätsnahe Gestaltung der Übungen waren zahlreiche Helfer im Einsatz. Das DRK Wesertal stellte die Mimen und sorgte dafür, dass die Feuerwehrleute mit realistisch dargestellten Verletzten und Betroffenen arbeiten konnten. Das DRK Grebenstein übernahm die Verpflegung der Teilnehmer und sorgte mit Kaffee und einem Mittagessen für die notwendige Stärkung. Die Feuerwehr Hofgeismar stellte zudem ihr Feuerwehrhaus für die Begrüßung, die Mittagspause und die Verabschiedung zur Verfügung und unterstützte die Organisation des Ausbildungstages.

Üben für den Ernstfall

Fünf Stationen, fünf unterschiedliche Einsatzlagen: Das Zirkeltraining sollte den Einsatzkräften vor allem vermitteln, auch unter Zeitdruck strukturiert vorzugehen, Gefahren frühzeitig zu erkennen und gemeinsam die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn im Ernstfall bleibt keine Zeit für einen Neustart. Einsatzabläufe müssen funktionieren, die Kommunikation muss stimmen und jeder Handgriff muss sitzen. Das Zirkeltraining bot den Feuerwehren aus dem Altkreis Hofgeismar deshalb die Möglichkeit, unterschiedliche Einsatzsituationen unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren – und damit wichtige Erfahrungen für den Ernstfall zu sammeln.

Immer informiert sein? Dann folgt uns auf Facebook: www.facebook.com/HessennewsTV

Foto/Fotostrecke: © 2026 - Feuerwehr Kreisfeuerwehrverband Hofgeismar e.V.

Wettervorschau:

Aktuell keine Wetterwarnung

Kommentare sind in diesem Artikel nicht erlaubt.