Gudensberg – Am Sonntag fand in Gudensberg eine groß angelegte Katastrophenschutzübung statt. Rund 200 Beteiligte, darunter etwa 122 Einsatzkräfte aus dem Schwalm-Eder-Kreis, übten die Bewältigung mehrerer Schadenslagen, die durch den Einschlag eines Meteoriten ausgelöst wurden. Ziel war es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen zu stärken und die Koordination bei komplexen Einsatzlagen zu trainieren.
Ein Meteorit sorgt für zahlreiche Schadenslagen
Das Übungsszenario sah vor, dass ein Meteorit im Raum Kassel einzuschlagen drohte und beim Eintritt in die Atmosphäre in mehrere Teile zerbrach. Während größere Bruchstücke auf freiem Feld zwischen Deute, Dissen und Gudensberg niedergingen, verursachten weitere Teile Schäden an mehreren Stellen im Gudensberger Stadtgebiet. Als zentraler Bereitstellungsraum diente der Alte Sportplatz in Gudensberg, der vom Technischen Hilfswerk (THW) organisiert wurde. Von dort aus wurden die Einsatzkräfte zu den einzelnen Einsatzstellen entsandt. Um die Zusammenarbeit und das gegenseitige Kennenlernen zu fördern, waren die Katastrophenschutzzüge für die Übung bewusst gemischt zusammengestellt.
Vier Einsatzstellen mit unterschiedlichen Herausforderungen
Odenberg-Turm: Mehrere Schaulustige wollten den Meteoriten vom Turm aus beobachten, als Trümmerteile in der Nähe einschlugen und den Treppenaufgang in Brand setzten. Mehrere Personen waren eingeschlossen, eine davon nach einem Sturz nicht mehr gehfähig. Die Rettung wurde durch die eingeschränkten Zugangsmöglichkeiten und die Brandlage erschwert. Kradretter und die Drohnenstaffel aus Fritzlar unterstützten bei der Suche nach Vermissten im unwegsamen Gelände.
Firma Novus: Auf dem Firmengelände wurde ein Gefahrstoffaustritt an einer Siloanlage simuliert. Zwei Arbeiter hatten sich auf die Anlage gerettet, ein weiterer war unter einem Behälter eingeklemmt. Zusätzlich wurde ein Brand an der Lkw-Verladung mit zwei vermissten Personen angenommen. Die Einsatzkräfte mussten die Gefahren durch den Stoffaustritt einschätzen, den Brand bekämpfen und Menschen unter anderem unter Atemschutz retten.
Grundschule: Während einer Beobachtung des Meteoriten durch die Astro-AG kam es im Szenario zu Bränden im Schulgebäude und auf einer angrenzenden Grünfläche. Mehrere Personen galten als eingeschlossen. Zudem wurde ein Verkehrsunfall auf dem Schulgelände simuliert, bei dem Menschen in einem Pkw eingeklemmt waren. Neben der Brandbekämpfung und Personensuche war deshalb auch technische Rettung gefragt.
Hotel und Restaurant Hessischer Hof: Ein Meteoritenteil verursachte einen Brand, mehrere Personen wurden vermisst. Unter Atemschutz durchsuchten die Einsatzkräfte das Gebäude. Vier Personen wurden im Verlauf der Übung über Steckleitern gerettet.
Zusammenarbeit und Koordination im Mittelpunkt
An der Übung waren neben den Einsatzkräften sieben Personen der Technischen Einsatzleitung (TEL) beteiligt. Insgesamt wurden 31 Verletzte durch Statistinnen und Statisten dargestellt. Die TEL koordinierte das Einsatzgeschehen und erhielt Unterstützung durch Fachberater aus dem Sanitätsdienst, dem THW, von den Kradrettern sowie durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OLRD). Mit dabei waren die Katastrophenschutzzüge aus Gudensberg, Fritzlar, Niedenstein und Edermünde, das THW Fritzlar, der Malteser Hilfsdienst sowie das Deutsche Rote Kreuz mit seinen Ortsverbänden Felsberg, Borken, Gudensberg, Melsungen und Fritzlar (Sanitätszug Nord).
Die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Organisationen und die Koordination durch die TEL funktionierten insgesamt gut. Gleichzeitig zeigte die Übung, an welchen Stellen Abläufe weiter überprüft und verbessert werden können. Das umfangreiche Schadensszenario verdeutlichte zudem, wie schnell die verfügbaren Kräfte bei einer solchen Lage an ihre Grenzen kommen könnten. Bei einem vergleichbaren realen Ereignis wäre daher eine Erhöhung des Alarmstichworts mit der Nachalarmierung weiterer Kräfte erforderlich gewesen. Die bewusst umfangreich angelegten Szenarien sollten die Einsatzkräfte über einen längeren Zeitraum fordern und unterschiedliche Aufgabenbereiche abdecken. Sie bilden deshalb nicht zwangsläufig den Kräftebedarf eines vergleichbaren realen Einsatzes ab.
Anerkennung für das ehrenamtliche Engagement
Auch Vertreterinnen und Vertreter der Politik aus Gudensberg und Fritzlar besuchten die Übung und konnten sich vor Ort ein Bild von der Arbeit der Einsatzkräfte machen. Ihr Besuch unterstrich die Anerkennung für das wichtige ehrenamtliche Engagement im Katastrophenschutz. Zum Abschluss kamen die Beteiligten zu einem gemeinsamen Mittagessen zusammen. Das Team der Feldküche der Feuerwehr Gudensberg sorgte mit Nudeln und Bolognesesoße für die Verpflegung. Dabei bot sich Gelegenheit, die Einsatzszenarien gemeinsam nachzubesprechen und Erfahrungen auszutauschen. Die Übung lieferte damit wichtige Erkenntnisse für die weitere Zusammenarbeit und zeigte, wie bedeutend eine gute Vorbereitung und das Zusammenspiel aller beteiligten Organisationen im Katastrophenschutz sind.
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Foto/Fotostrecke: © 2026 - Feuerwehr Gudensberg




















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