Ryanair startet 2027 am Kassel Airport – doch wer zahlt den Preis?
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Ryanair startet 2027 am Kassel Airport – doch wer zahlt den Preis?

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Calden – Der Kassel Airport bekommt ab Sommer 2027 neue Flugverbindungen. Die irische Fluggesellschaft Ryanair plant ab Ende März jeweils zwei wöchentliche Flüge nach Mallorca und Lamezia Terme in Süditalien. Die Verbindungen sind bereits buchbar. Mallorca wird vom 31. März bis 30. Oktober mittwochs und samstags angeflogen. Nach Lamezia Terme geht es vom 29. März bis 29. Oktober jeweils montags und freitags. Zusätzlich wird das innerdeutsche Flugangebot erweitert. Die Verbindung nach Usedom wird fortgesetzt, neu hinzu kommt Friedrichshafen am Bodensee. Beide Ziele werden von Mai bis Oktober jeweils freitags bedient.

Kritik an möglichen Kosten für Steuerzahler
Die Ankündigung stößt allerdings auch auf Kritik. Der Grünen-Landtagsabgeordnete Sascha Meier fordert Transparenz über die finanziellen Vereinbarungen mit Ryanair. Er will von der Landesregierung wissen, ob die Fluggesellschaft reduzierte Flughafengebühren, Marketingzuschüsse oder weitere finanzielle Vergünstigungen erhält.Zudem stellt Meier die Frage, wer das wirtschaftliche Risiko trägt, falls die erwarteten Passagierzahlen ausbleiben. Die Grünen wollen die Vereinbarungen parlamentarisch hinterfragen. Die touristischen Flüge müssten außerdem unabhängig von den geplanten Investitionen im Sicherheits- und Drohnenbereich bewertet werden.

Auch das Bündnis Kassel Airport Stoppen kritisiert die neue Zusammenarbeit. Es fordert die Offenlegung des Ryanair-Vertrags und befürchtet zusätzliche finanzielle Belastungen für den ohnehin defizitären Flughafen. Darüber hinaus kritisiert das Bündnis die Klimabelastung durch Kurzstreckenflüge und verweist auf die weiterhin hohe Nutzung des Flughafens durch Privatflugzeuge.

Flughafen setzt auf strategische Weiterentwicklung
Die Flughafenleitung bewertet den Einstieg von Ryanair als Erfolg und als wichtiges Signal für Nordhessen. Parallel zum touristischen Flugverkehr soll sich der Standort zu einem multifunktionalen Infrastrukturzentrum entwickeln. Dazu gehören das geplante Hessische Drohnenkompetenzzentrum sowie Investitionen von Rheinmetall. Im Gewerbepark sind nach Unternehmensangaben Investitionen von rund 45 Millionen Euro und etwa 100 Arbeitsplätze vorgesehen. Ein weiteres Drohnen-Testzentrum am Flughafen soll bis zu fünf Millionen Euro kosten und rund 30 Arbeitsplätze schaffen.

Wie teuer die Vereinbarungen mit Ryanair für den Flughafen beziehungsweise die öffentliche Hand werden, ist bislang nicht bekannt.

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