Kassel – Mehrere Geschäftsleute in Kassel sollen von bislang unbekannten Tätern erpresst und mit Brandanschlägen bedroht worden sein. In zwei Fällen machten die Täter ihre Drohungen offenbar wahr und warfen Brandsätze auf Geschäfte. Nun hat die Polizei einen 21-jährigen Mann festgenommen. Ob er auch mit den weiteren Taten in Verbindung steht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Kasseler Kriminalpolizei und die Staatsanwaltschaft Kassel gehen derzeit drei mutmaßlichen Erpressungsfällen nach. Zur Bündelung der Ermittlungen wurde bei der Kriminalpolizei die Arbeitsgruppe „Bistro“ eingerichtet.
Brandsatz landet in Bistro
Der erste Fall ereignete sich nach bisherigen Erkenntnissen am 28. August gegen 2.15 Uhr in der Kurt-Schumacher-Straße. Der Betreiber eines Bistros soll zuvor über das Internet von Unbekannten kontaktiert worden sein. Die Täter forderten demnach einen höheren Geldbetrag und drohten für den Fall einer Nichtzahlung mit einem Brandanschlag. Wenig später wurde tatsächlich eine Glasflasche mit einem Brandsatz durch die geöffnete Eingangstür des Bistros geworfen. Das Feuer konnte von anwesenden Personen schnell gelöscht werden. Verletzt wurde niemand. Auch der entstandene Sachschaden blieb nach bisherigen Erkenntnissen gering.
Ermittlungen wegen versuchten Tötungsdelikts
Ein weiterer Vorfall ereignete sich in der Nacht zum vergangenen Freitag im Kasseler Ostring. Auch hier soll einer Geldforderung eine entsprechende Drohung vorausgegangen sein. Betroffen war nach Angaben der Ermittler ein Betreiber eines Imbisses. Gegen 4.15 Uhr wurde ein Brandsatz auf das Geschäft geworfen. Dabei soll ein 23-jähriger Mann nur knapp verfehlt worden sein. Aufgrund dieser konkreten Gefährdung ermittelt die Polizei inzwischen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. Die Ermittler gehen derzeit davon aus, dass beide Brandanschläge miteinander in Verbindung stehen könnten.
Polizei greift bei möglicher Geldübergabe zu
Während der Ermittlungen stießen die Beamten auf einen weiteren mutmaßlichen Erpressungsfall. Nach den bisherigen Erkenntnissen sollte dabei Geld an die Täter übergeben werden. Die Polizei nutzte die Gelegenheit und nahm am Montagabend gegen 21 Uhr einen 21-jährigen Kasseler in der Innenstadt fest. Anschließend durchsuchten die Ermittler seine Wohnung. Dabei fanden sie eine nicht geringe Menge Betäubungsmittel. Der Tatverdächtige wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kassel einem Haftrichter vorgeführt und befindet sich mittlerweile in Untersuchungshaft.
Zusammenhang mit weiteren Taten wird geprüft
Ob der festgenommene 21-Jährige auch an den anderen Erpressungen und Brandanschlägen beteiligt war, ist bislang nicht geklärt. Die Ermittler prüfen mögliche Verbindungen intensiv. Nach derzeitiger Einschätzung soll der Mann allerdings nicht selbst der Initiator der Erpressungen und Geldforderungen gewesen sein. Die Arbeitsgruppe „Bistro“ setzt ihre Ermittlungen fort und sucht nach weiteren Tatverdächtigen. Gleichzeitig hoffen die Beamten auf Hinweise aus der Bevölkerung. Insbesondere werden Zeugen gebeten, sich zu melden, wenn sie im Zusammenhang mit den beiden Brandanschlägen verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Auch vorhandene Video- oder Fotoaufnahmen, die die Taten oder die Flucht der Täter zeigen könnten, sind für die Ermittler von Interesse.
Hinweise nimmt das Polizeipräsidium Nordhessen unter 0561 9100 entgegen.
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