Baunatal – Im Rahmen des Blaulichttages haben die Feuerwehr Baunatal, der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und die Polizei am Freitagnachmittag eine groß angelegte Einsatzübung am unterirdischen Regenüberlaufbecken (RÜB) in Altenritte durchgeführt. Zwischen 13 und 16 Uhr trainierten die Einsatzkräfte unter dem Titel „Gefahr im Untergrund“ die Bewältigung eines anspruchsvollen Unfallszenarios.
Ausgangspunkt der Übung war ein angenommener Gasunfall bei Wartungsarbeiten im unterirdischen Kanalsystem. Nach dem Abriss der Schlauchleitung eines Schweißgeräts sammelten sich gefährliche Gase im Regenüberlaufbecken. Gleichzeitig ließ einsetzender Regen den Wasserstand im Kanalsystem schnell ansteigen. Vier Mitarbeiter einer Fachfirma galten als im unterirdischen Bereich eingeschlossen und konnten sich nicht mehr selbst befreien. Zwei weiteren Beschäftigten gelang zwar der Aufstieg über die Treppe zum Schachtausgang, sie brachen jedoch – ebenso wie vier an der Oberfläche wartende Kollegen – durch das Einatmen der ausströmenden Gase zusammen. Insgesamt simulierte die Übung einen Massenanfall von Verletzten (MANV) mit zehn betroffenen Personen.
Für die Feuerwehr stellte die Lage eine besondere Herausforderung dar. Einsatzkräfte drangen unter schwerem Atemschutz in die engen und feuchten Schächte vor, retteten die eingeschlossenen Personen und brachten sie mithilfe der Drehleiter senkrecht aus dem Schacht an die Oberfläche. Der Arbeiter-Samariter-Bund übernahm anschließend die medizinische Erstversorgung der Verletzten. Direkt am Schachtkopf führten die Helfer eine Sichtung (Triage) der Patienten durch und richteten einen Behandlungsplatz für die weitere Versorgung ein.
Parallel dazu sperrte die Polizei den Nahbereich sowie die Zufahrtsstraßen vollständig ab, um den Rettungskräften freie Zufahrt zu ermöglichen. Zudem simulierten die Beamten die Ermittlungen zur Ursache des angenommenen Arbeitsunfalls. Übungsleiter Heiko Wicke zog ein positives Fazit. Gerade Einsätze in unterirdischen Anlagen stellten höchste Anforderungen an alle Beteiligten. Nur wenn Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eng zusammenarbeiteten und ihre Abläufe perfekt aufeinander abgestimmt seien, könnten solche Einsatzlagen erfolgreich bewältigt werden.
Während der Übung kam es im Bereich Altenritte zeitweise zu Verkehrsbehinderungen. Die Organisatoren hatten die Bevölkerung bereits im Vorfeld um Verständnis gebeten.
Unser Material war auch am Freitag Thema in der Hessenschau.
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